LoveTUdance ist eine jährliche Veranstaltung der Technischen Universität Berlin, bei welcher alle Tanzgruppen der Zentraleinrichtung Hochschulsport ihre Klassen und Inhalte vorstellen dürfen. Meistens bereiten sich die Klassen gezielt mit einer Performance mehrere Wochen für den Auftritt vor. Die Tänzer haben ein ganz unterschiedliches Niveau. Und von Hip Hop, Bachata, K-Pop über Oriental Fusion, Ballett oder Lindy Hop ist ganz viel genre-übergreifend für jedes Tänzer-Herz Etwas dabei.

Es war nun das vierte Mal, dass ich mit meinen Kursen bei LoveTUdance teilnehmen durfte. Dieses Jahr war alles ein wenig anders: Zunächst stand das Event kurz vor dem off, weil ein Stromausfall das komplette Gebäude der Dovestr. für lange Zeit lahm legte. Doch dank zahlreicher interner Bemühungen, konnte die Show trotz besonderer räumlicher und struktureller Herausforderungen dann im Hauptgebäude der TU stattfinden.

Diesmal konnte ich die Veranstaltung eigentlich zum ersten Mal so richtig genießen. Sowohl die ruhigeren, sanften Acts als auch die kraftvollen, dynamischen Performances. All die Mühe der einzelnen Akteure waren für mich sichtbar und haben mich tief und ehrlich berührt. So viele Emotionen, die zu sehen waren: Mut, Angst, Überwindung, Stärke, Ehrfurcht, Ehrgeiz, Stolz und Selbstbehauptung. All das konnte ich diesmal WIRKLICH sehen. Auch diesbezüglich hat mich die Selbstständigkeit verändert. Ich bin viel sanftmütiger mit mir selbst geworden und erlaube es mir, auch die kleinen Dinge des Alltags bewusst wahrzunehmen. Und zu genießen! Die Freude auf den Gesichtern danach – Auch wenn mal was schief ging und man sich „vertanzt“ hat. (Bei mir gibt es ja eigentlich kein Vertanzen). Darauf kommt es überhaupt nicht an. Sondern einzig und allein darum: Ich gehe auf die Bühne, weil ich die Chance dazu habe. Ich zeige mich und gebe mein Bestes. Und es ist MEINE Entscheidung, ob ich erhobenen oder gesenkten Hauptes diesen Ort verlasse.

Meine Ladies der „Female Performance“ Class waren stark und voller Liebe und Hingabe. Wir hatten vorher in dieser Konstellation nicht üben können. Jede von ihnen kam deutlich später zum Kurseinstieg und hat fast alles zu Hause im Alleingang per Video nachgelernt. Einfach unglaublich! Es ist mir eine Ehre, dass MEINE Choreos so angenommen werden und Anerkennung finden. Und es erfüllt mich zutiefst mit solch wundervollen Menschen arbeiten zu dürfen. Danke an ALLE Tänzerinnen meiner Kurse an dieser Stelle!

Meine „Heels Girls“ waren deutlich aufgeregter aber mindestens genauso ambitioniert und gewillt, die Choreo mit allen spicey Mitteln, die uns als Frau mitgegeben wurden, auf der Bühne zu tanzen. Und das haben sie auch: Das war hot, hot, hot! Interessant ist auch in diesem Zusammenhang, dass das Ende der Choreo von den Girls am Abend zuvor selbst choreografiert wurde. Ich hatte nämlich zwei Optionen zur Wahl gestellt. Und dann haben sie sich für die goldene Mitte entschieden und noch eine paar ganz eigene Moves mitreingezaubert. Auch das liebe ich an meiner Arbeit: Wenn es nicht DEN EINEN Weg geben muss, sondern gerade aktuell eine andere Alternative im Raum steht und dieser dann auch den gebührenden Raum zu geben. Auch, wenn ich es persönlich anders gewählt hätte, war ich froh, dass die Girls am Prozess so interessiert béteiligt waren. Gemeinsam zu tanzen, schweißt zusammen und auf der Bühne mit einander zu performen ist ein Moment, der für die Ewigkeit hält.

In diesem Sinne sage ich nochmal herzlichen Dank und freue mich schon heute auf das nächste LoveTUdance mit Euch!